Wir bringen Selbsthilfe voran – am 16.09.2026 

Der Tag der Selbsthilfe 2026 findet im Rahmen der Woche des bürgerschaftlichen Engagements statt und hebt die Bedeutung der Selbsthilfe für Gesundheit und Gesellschaft hervor. Selbsthilfegruppen bieten Raum für Austausch, gegenseitige Unterstützung und Orientierung im Umgang mit herausfordernden Lebenssituationen. Im Fokus stehen der Beitrag der Landeskontaktstelle SEKiS und die Aktivitäten der regionalen Kontaktstellen.

Grußwort zum Tag der Selbsthilfe Baden-Württemberg
am 16. September 2026


Der Tag der Selbsthilfe Baden-Württemberg macht sichtbar, was Hoffnung gibt: Menschen stehen füreinander ein. Sie hören einander zu. Sie teilen Erfahrungen miteinander. Selbsthilfe bedeutet, schwierige Lebenssituationen nicht allein bewältigen zu müssen.

Dass dieses Engagement gelingt, ist vor allem den Selbsthilfekontaktstellen zu verdanken. Sie schaffen die Voraussetzungen dafür, dass Selbsthilfe vor Ort wachsen und wirken kann.
Allen, die sich mit Empathie und Erfahrung für andere einsetzen, danke ich von Herzen. Ihr Engagement macht einen echten Unterschied – für viele einzelne Menschen und für unsere Gesellschaft als Ganzes.

Herzlich Ihr

Oliver Hildenbrand MdL
Minister für Soziales, Arbeit und Gesundheit

Jan Siegert, Vorstandsmitglied SEKiS Baden-Württemberg

 

„Selbsthilfegruppen sind für ihre Mitglieder Schutzräume für Empowerment, Resilienzförderung, Wissensaustausch und gelebte Demokratie. In den Gruppentreffen begegnen sich Menschen mit unterschiedlichen Backgrounds und Haltungen respektvoll und solidarisch. Das braucht unsere Gesellschaft gerade mehr denn je.“

Silke Wohlleben, Geschäftsführerin SEKiS Baden-Württemberg


„Menschen kommen aus sehr unterschiedlichen Erfahrungen in eine Selbsthilfegruppe. Ich habe großen Respekt vor ihrem Durchhaltevermögen und dem Mut, sich zu zeigen und gemeinsam zu tragen.“

und über den Tag hinaus!

Wie finden Betroffene die richtige Gruppe? Wo finde ich die richtige Gruppe? Der neue SEKiS-Infoclip bringt dich auf schnellem Weg dorthin.

Der Clip im Format Digital Signage gibt einen
schnellen Impuls, der Mut macht und zeigt, wie
Gemeinschaft bewegt. Jetzt reinschauen und dem
QR-Code folgen!

Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfegruppen –
ein kostbares Gut!

In Baden-Württemberg gibt es 35 Selbsthilfekontaktstellen. Sie sorgen dafür, dass Interessierte die passende Selbsthilfegruppe finden oder sind dabei behilflich, eine neue zu gründen. Selbsthilfekontaktstellen gibt es bei kommunalen und freien Trägern, Wohlfahrtsverbänden und Krankenkassen. Eine Liste mit allen Adressen finden Sie hier:

Veranstaltungen in Ihrer Nähe

Die Vielfalt der Selbsthilfe zu unserem Aktionstag können Sie hier erleben:

Aufgaben

Selbsthilfekontaktstellen haben eine Vielzahl an Aufgaben. Sie informieren und beraten Menschen, die eine Selbsthilfegruppe suchen oder gründen möchten.
Darüber hinaus unterstützen sie Selbsthilfegruppen bei finanziellen und organisatorischen Fragen, bieten Fortbildungen, unterstützen bei Konflikten, sorgen für die Förderung eines selbsthilfefreundlichen Klimas in ihrer Region, bringen Fachleute aus dem Gesundheits- und Sozialwesen der Region zusammen. Sie machen die Arbeit der Selbsthilfegruppen sichtbar, stärken deren Interessen und organisieren öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen.
Selbsthilfekontaktstellen informieren über professionelle Hilfsangebote und das Versorgungssystem in ihrem Einzugsgebiet, sodass Ratsuchende einen umfassenden Überblick erhalten. Darüber hinaus unterstützen sie Teilhabemöglichkeiten und sorgen für Zusammenarbeit und kommunale Vernetzung. So wirken sie z. B. in kommunalen Gesundheitskonferenzen, beim bürgerschaftlichen Engagement und in Arbeitskreisen wie Sucht-, Behinderten- und Altenhilfeplanung mit.

Nutzen der Kontaktstellen

Senkung der
Gesundheitskosten


Selbsthilfeaktive erweitern ihre Gesundheitskompetenz. Sie verstehen ihre Situation besser, informieren sich über Behandlungsmöglichkeiten, das Vertrauensverhältnis zu Behandler*innen kann gestärkt werden. Ebenso wirkt sich ihre Auseinandersetzung mit der Behandlungsstrategie positiv auf persönliche Therapiepläne und Medikamenteneinnahme aus. So können sie neue Alltagsroutinen entwickeln, ihren Beruf wieder oder weiter ausüben und länger am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.

Vierte Säule der
Gesundheitsversorgung



Selbsthilfe kann Kraft und Stärke verleihen: Von Gleichbetroffenen verstanden zu werden, wirkt erleichternd, gibt Zuversicht und neuen Lebensmut. Selbsthilfekontaktstellen spielen für die Existenz und bei der Vermittlung geeigneter Selbsthilfegruppen eine entscheidende Rolle und sind somit ein wesentlicher, nichtmedizinischer Teil unseres Gesundheitswesens. Das sieht auch der Gesetzgeber so – und fördert unsere Arbeit gemäß § 20 h SGB VIII teilweise über die Krankenkassen. Selbsthilfeaktivitäten sind nicht nur für Betroffene, sondern auch in vielen Bereichen für Angehörige wichtig, z. B. bei psychischer Erkrankung, pflegenden Angehörigen etc.

Selbsthilfegruppen sind
demokratiefördernd


Selbsthilfegruppen sind Orte der Begegnung. Hier gibt es gleichberechtigte Zusammenarbeit für Menschen aus unterschiedlichen sozialen und
kulturellen Milieus.
Die Arbeit der Selbsthilfekontaktstellen ist sowohl für die Menschen, die direkt davon profitieren, als auch für Kommunen ein Gewinn. Sie fördern das bürgerschaftliche Engagement. Selbsthilfekontaktstellen bilden eine unverzichtbare soziale Infrastruktur, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt. Seit der Coronapandemie ist klar, dass Selbsthilfeaktivitäten systemrelevant und unverzichtbar für eine solidarische, gesunde und zukunftsfähige Gesellschaft sind.

Medizinische Versorgung
und demografischer Wandel


Angesichts des demografischen Wandels – einer älter werdenden Gesellschaft mit Ärztenachwuchsmangel – wird die Bedeutung der Selbsthilfe weiter zunehmen. Immer mehr Menschen sind auf Unterstützung bei chronischen Erkrankungen, Pflege oder psychosozialen Belastungen
angewiesen. Selbsthilfekontaktstellen können helfen, Versorgungslücken zu überbrücken, und tragen dazu bei, die medizinische und psychosoziale Versorgung zukunftsfähig zu gestalten. Sie fördern innovative Ansätze, digitale Teilhabe und die Vernetzung vor Ort.

 

Entlastung für die kommunalen Sozialsysteme


Die Selbsthilfekontaktstellen können mit ihrer Arbeit kommunale Sozialsysteme entlasten, indem sie Prävention, Eigenverantwortung und Gesundheitskompetenz fördern. Sie bieten Räume für Begegnung, stärken das Ehrenamt und fördern die Integration – auch für Menschen mit Migrationshintergrund oder ältere Menschen. Gemeinden profitieren von einer höheren Lebensqualität, sozialer Teilhabe und einer aktiven Bürgerschaft, die sich gegenseitig unterstützt und somit dem Trend der Vereinsamung einiges entgegensetzen kann.

Das Betreiben einer Selbsthilfekontaktstelle ist ein zukunftsorientierter Schritt, der die Gesundheitsversorgung und das soziale Miteinander in Ihrer Gemeinde/Stadt nachhaltig verbessern kann. Helfen Sie mit, dass wir diese Errungenschaften bewahren, indem Sie diese Informationen in Ihren Netzwerken teilen. Verspüren Sie den Impuls, eine Gruppe aufzusuchen oder eine Gruppe zu gründen? Melden Sie sich – wir sind für Sie da!

#TagDerSelbsthilfe #GemeinsamStark

Bundesweite Aktionen und Veranstaltungen zum Tag der Selbsthilfe finden Sie hier: