Prävention, Gesundheitsförderung und Selbsthilfe

Prävention und Gesundheitsförderung sind eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, an der alle: Gesetzgeber, Politik, Verwaltung, Leistungsträger und -erbringer und die Bürgerinnen und Bürger und auch die Selbsthilfe gemeinsam arbeiten.

Primäre Prävention bedeutet, dass die Entstehung einer Krankheit durch Vorbeugung verhütet werden soll. Der Gesetzgeber hat die Krankenkassen verpflichtet, dafür einen sich jährlich erhöhenden Mindestbetrag je Versicherte/n auszugeben. Damit werden Maßnahmen finanziert, die in Schulen, Stadtteilen oder Einrichtungen wie Kindertagesstätten oder Seniorenheimen zur Gesundheit der jeweiligen Zielgruppe beitragen.

Im Gesetz zur Stärkung der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit und der Vernetzung aller Beteiligten des Gesundheitswesens in Baden-Württemberg (Landesgesundheitsgesetz – LGG) vom 17. Dezember 2015 wird die Umsetzung des Präventionsgesetzes für Baden-Württemberg geregelt. Die Selbsthilfe ist an vielen Stellen in die neu entstandenen Strukturen eingebunden und bringt dort ihr Erfahrungswissen und das Wissen um die Lücken in der Versorgung ein. Viele Akteure sind aktiv in kommunalen Gesundheitskonferenzen, im Landesausschuss für Gesundheitsförderung und Prävention, in themenspezifischen Beiräten und weiteren Ausschüssen.

Denn auch die Selbsthilfe trägt zur Prävention bei: Die Aktivität in einer Selbsthilfegruppe führt häufig dazu, dass eine Krankheit stabil bleibt und sich nicht weiter verschlechtert. Dafür werden die Begriffe „Sekundär- oder Tertiärprävention“ verwendet.

Vielen Selbsthilfegruppen ist es ein Anliegen, junge Menschen zu erreichen und durch das Erzählen der eigenen Geschichte zur Auseinandersetzung mit Suchtverhalten anzuregen oder frühzeitig Signale psychischer Belastungen zu erkennen. Sie werden deshalb aktiv in Schulen, an Universitäten oder anderen Einrichtungen und sind vielfältig an der Weiterentwicklung des Gesundheitswesens beteiligt.

Weiterführender Link: https://sozialministerium.baden-wuerttemberg.de/de/gesundheit-pflege/gesundheitsfoerderung-und-praevention/strategie-und-projekte/

Migration und Selbsthilfe

Unter dem Titel „Migration und Selbsthilfe – Teilhabe durch Engagement!?“ fand am 1. Juli 2019 der erste Fachtag der SEKiS Baden-Württemberg statt.

Selbsthilfe in Deutschland leistet einen wichtigen Beitrag für jeden Einzelnen und die Gesellschaft, sie ist eine wichtige Säule im Gesundheitssystem. Aber wer Menschen mit Migrationsgeschichte für die Selbsthilfe begeistern will und bestehende Gruppen und Organisationen bei Ihrer Öffnung für Vielfalt motivieren möchte, muss möglicherweise umdenken.

Selbsthilfe im Sinne von „eigene Ressourcen nutzen, um sich zu helfen oder Hilfe zu suchen“ existiert in allen Gesellschaften in ganz unterschiedlichen Formen. Es stellt sich die Frage: Ist das in Deutschland vorherrschende Modell für Neuzugewanderte attraktiv?

Dieser Fachtag richtete sich an Menschen aus Selbsthilfegruppen, Selbsthilfeorganisationen, Migrantenorganisationen, Multiplikator*innen aus dem Feld der Migration, Fachkräfte aus dem Gesundheits- und Sozialwesen, Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung sowie professionelle Selbsthilfeunterstützer*innen.

Die Einladung finden Sie hier. Weitere Infos zum Fachtag finden Sie unter Aktuelles.

Weiterführende Literatur unter: https://www.nakos.de/themen/migrantinnen/

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