1. Fachtag der SEKiS Baden-Württemberg

Migration und Selbsthilfe – Teilhabe durch Engagement!?

Stuttgart, Juli 2019 – Der 1. Fachtag der SEKiS Baden-Württemberg widmete sich ganz dem Thema „Migration und Selbsthilfe – Teilhabe durch Engagement!?“.

Trotz hoher Temperaturen fanden rund 65 Teilnehmer*innen aus den unterschiedlichsten Bereichen, u.a. aus Selbsthilfeorganisationen, aus Migrantenorganisationen, Multiplikator*innen aus dem Feld der Migration, Fachkräfte aus dem Gesundheits‐ und Sozialwesen, Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung sowie professionelle Selbsthilfeunterstützer*innen den Weg ins Stuttgarter Literaturhaus.

Annika Bantel (Leitung SEKiS Baden‐Württemberg) eröffnete den Fachtag und stellte die Arbeit der SEKiS vor.
Martina Schickerling vom Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) sprach als Vertreterin der gesetzlichen Krankenkassen ein Grußwort. Sie machte vor allem auf die Wichtigkeit der Arbeit der Selbsthilfekontaktstellen und der SEKiS aufmerksam. „Diese Arbeit ist zukünftig gesichert, wenn die Finanzierung der SEKiS als gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahrgenommen wird“, appellierte sie an das Land, SEKiS ebenfalls zu fördern. Staatssekretärin Bärbl Mielich vom Ministerium für Soziales und Integration Baden‐Württemberg schloss die Grußwortrunde ab. Ihr war es ein Anliegen, die Themen Migration und Integration zu verbinden sowie hervorzuheben, dass noch wechselseitige Lernprozesse notwendig sind. Sie ging auch darauf ein, welche Rolle die Selbsthilfe in diesem Kontext spielen kann.

Die Psychologin und gebürtige Kolumbianerin Marcela Ulloa sensibilisierte die Teilnehmer*innen in einem überzeugenden Hauptvortrag „Möglichkeiten und Herausforderungen für bürgerschaftliches Engagement und Selbsthilfe durch neue soziale Architekturen“ für die vielen Aspekte, die das Thema hat.
Neben der Begriffserklärung „Soziale Architektur“ wurden die bestehenden Selbsthilfestrukturen in Frage gestellt. Mit Best Practice Beispielen skizzierte sie, wie die Selbsthilfe‐Aktivierung von Zugewanderten geschehen kann.

Nach der Mittagspause konnten die Teilnehmer*innen Nikita Gorbunovs Sprechkunst‐Beitrag lauschen. Der Performance Poet trug auf humorvolle und eindrucksvolle Art und Weise drei Stücke vor, die sowohl die um sich greifende „Projektitis“ beim Thema Migration als auch die Dehnbarkeit des
Begriffs Heimat aufs Korn nahmen.

In drei Workshops konnten sich die Teilnehmer*innen des Fachtages am Nachmittag austauschen.
Workshop 1: Interkulturelle Kompetenz und Öffnung in Selbsthilfegruppen (Dr. Gertraud Kinne)
Workshop 2: Neue Wege in der Selbsthilfe?!
(Dorothée Köllner und Lioba Heuel)
Workshop 3: Wie kann Selbsthilfe in Zukunft aussehen? Ein Austausch aus unterschiedlichen Perspektiven
(Marcela Ulloa, Sarah Naaseh und Zohreh Ahmadian)

Am Ende der Veranstaltung wurden die Eindrücke der Workshops in einem Resümee festgehalten. Nach einem inspirierenden Tag mit Anregungen für die tägliche Arbeit verabschiedete Annika Bantel die Teilnehmer*innen.

Text: Annika Bantel, Fotos: Nikhil Gawde

Die Präsentation des Hauptvortrages und eine Dokumentation der Workshops stehen hier zum Herunterladen zur Verfügung.

Impressionen des Fachtags

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